Sternwarte

Was ist eine Sternwarte?

Von einem Observatorium oder einer Sternwarte aus beobachtet man den Himmel (lat. observare = beobachten). Schon seit der Antike benutzten Menschen exponierte Punkte, um die Gestirne zu beobachten. Mit dem bloßen Auge betrachteten sie den Himmel und die Sterne um daraus den Kalender und die Jahresfolge abzuleiten. Der Stand der Gestirne am Nachthimmel verriet den Menschen, wann die beste Zeit zu ernten oder zu sähen ist, sagte Ebbe und Flut und Überschwemmungen voraus oder verhieß ganz einfach gutes Gelingen.

 

Besuche auf dem Dach

Mit dem Neubau des Galileums hat auch die Sternwarte ein neues Zuhause bekommen. Allerdings steht die Sternwarte im Galileum aufgrund des begrenzten Platzangebotes Besuchern nicht grundsätzlich offen, sondern ist zunächst für Mitglieder der Walter-Horn-Gesellschaft e.V. reserviert. Das Teleskop-Bild kann aber bei besonderen Ereignissen in die Planetariumskuppel übertragen werden.

Wer selbst und mit eigenen Augen einen Blick zu den „echten“ Sternen werfen möchte, kann dies bei gutem Wetter im Anschluss an ausgewählte Veranstaltungen. Kostenlose Ergänzungstickets für max. 20 Personen gibt es daher nur an der Abendkasse im Galileum.

Galileo hat den Durchblick

Im Mittelalter konstruierten die Forscher allerlei Instrumente, die in der Sternwarte zum Einsatz kamen, das bekannteste davon, das Fernrohr oder Teleskop, erfand Galileo Galilei 1608. Der italienische Naturforscher montierte zwei geschliffene Gläser in einem Rohr mit einem passenden Abstand hintereinander und schaffte so eine Vergrößerung von Faktor 6.

Das Prinzip ist simpel und genial: Das einfallende Licht wird mit einer Glaslinse in einem Brennpunkt gebündelt, die zweite Linse vergrößert den Brennpunkt wie eine Lupe. Solche Linsenteleskope oder Refraktoren wurden seit Galileo immer weiter verbessert.

Blick in den Spiegel

Immer weiter sollte der Blick ins Universum gehen. Dafür brauchte man immer größere Linsen. Da die sich aber irgendwann unter ihrem eigenen Gewicht verziehen, wurde das Spiegelteleskop entwickelt.

Mit einem Hohlspiegel wird das Sternenlicht an einem Punkt gesammelt und dann durch eine Linse betrachtet. Moderne Spiegel haben heute einen Durchmesser von bis zu zehn Metern!

Spiegelteleskop der Sternwarte Solingen
Sternwarte La Silla in der Atacama-Wüste

Haube auf!

Charakteristisch für eine Sternwarte ist auch die drehbare und aufklappbare Kuppel, unter der das Teleskop steht. Bestenfalls auf einem Hügel, weit weg von einer Stadt mit Luft- und Lichtverschmutzung wie zum Beispiel in Chile in der Atacama-Wüste das VLT (Very Large Telescope).

Zwar nicht auf einem Berg, dafür im Bergischen Land steht jetzt die neue Sternwarte des Galileums in Solingen. Übrigens: Das Hauptinstrument hier ist ein Schmidt-Cassegrain-Teleskop Celestron C14 EHD mit 356 mm Öffnung und einer Brennweite von 3910 mm. Dazu kommen etliche andere Geräte!